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Thomas Darchinger

Interview

Thomas, was machst Du gerade?

Also ich mach für RTL gerade einen Krimi. Deswegen siehe ich ausch so aus.
Da spiele ich einen der Kommissare, ich will, dass der so aussieht wie viele
Polizisten eben aussehen.

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Deswegen der Bart?

Ja, ich weiß, ich seh Scheiße aus.

Ne, überhaupt nicht.

Du lügst.

Stimmt!

Es ist eine ganz harte Zeit für mich. Alle Mädchen machen einen Bogen.
Wenn sie näher als zwei Meter kommen, kriege ich immer so ein müdes Lächeln.

Wie lange drehst Du noch?

Das ist ne Reihe.

O weia.

Ja, das kann noch lang gehen.
Die Rolle geht so, dass ich mich im Verlauf der Reihe in die Hauptkommissarin
verliebe und natürlich genau weiß, dass ich, so wie ich aussehe, keine Chance hab.

Wer ist denn die Hauptkommissarin?

Mariele Millowitsch.

Meinst Du Denn, dass Du bei der ohne Bart eine Chance hättest.

Meinst Du das jetzt irgendwie privat oder so?

Ne. Bloss in der Rolle natürlich.

(Thomas lacht)
Danach drehe ich einen Kurzfilm.

Worum geht's?

Um Verzweiflung in der Liebe und der Qual, sich entscheiden zu müssen.

Davon verstehst Du ja jetzt was.

(Thomas lacht wieder)
Es ist manchmal ganz schön hart, Schauspieler zu sein.

Du Ärmster, was würdest Du denn lieber machen?

Ich hätte früher gern mal eine Kneipe aufgemacht.

Prickelnd. Noch was?

Häuser am Meer bauen.
Ne, eigentlich ist das schon ein ganz schöner Beruf.
Ich kann mich da wirklich austoben. Wo kann man schon Verfolgungsjagden
in Hubschraubern machen, ohne dass einem das geringste passieren kann!

Das stimmt nicht so ganz: Gerade ist eine Crew bei Dreharbeiten mit dem Hubschrauber abgestürzt.
Denkst Du bei riskantern Szenen darüber nach, das was passieren könnte?

Soviel riskante Szenen dreht man nicht in deutschen Filmen.

Würdest Du lieber in anderen Ländern arbeiten?

Das wäre mir egal, es kommt immer nur darauf an, wie gut die Rolle ist und ob
sie eine Chance bietet, irgendeine Art von Wahrheit über Menschen oder das
Leben zu erzählen.

Hast Du eine Botschaft, etwas was Du dem Publikum mitteilen willst?

Eigentlich nicht. Es geht mir bei meinen Filmen nicht darum, Botschaften zu vermitteln.
Ich muß an die Figuren, die ich spiele, wertfrei herantreten. Ich bin neugierig auf Menschen
und das ist dann vielleicht doch meine Botschaft, dass ich die Neugier auf Menschen vermitteln möchte.
Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich die Menschen auf die ich am neugierigsten bin,
nicht selber spielen kann.

Wer wär das?

Mädels. (Er lacht)

Thomas, ich wünsche Dir, dass du bald jemand findest, der auf Deinen Bart neugierig ist.

Der ist ja in zwei Wochen erstmal wieder weg.

 

(Das Interview führte Volker Maria Arend)